Marathon - Ironman 4:4

Frankfurt 2008 zum 1:0 für Marathon. Frankfurt Ironman 2009 zum 1:1. Hamburg 2010 bringt Marathon mit 2:1 in Führung. Ironman Zürich 2011 gleicht aus - 2:2. Challenge Roth sorgt beim 2:3 für die erste Ironman-Führung. Ironman Frankfurt erhöht 2013 auf 2:4. Berlin Marathon 2015 verkürzt auf 3:4 und vergangenen Sonntag der Ausgleich zum 4:4 beim Frankfurt Marathon 2016. Dieser Schlagabtausch mit dem selben Ausgang wäre auch knapp 4 Stunden später wünschenswert gewesen. Leider waren wir beim Fussball ergebnismäßig weit davon entfernt einen Punkt mitzunehmen.

Eine gewöhnungsbedürftige Einleitung für einen Ausdauer-Blog-Eintrag. Ein passender dennoch: Denn neben meinem vierten Marathon stand auch noch ein Kreisoberliga-Fussballspiel knapp zwei Stunden nach dem Zieleinlauf in Frankfurts Festhalle an. Da es sich hierbei auch weiterhin um Berichte rund um meine Ausdauersportaktivitäten drehen soll, sei das fussballerische Debakel an diesem Marathonsonntag hiermit zwar erwähnt, aber abgeschlossen. Der Marathon hingegen verlief vom Start bis zum Ziel sehr gut - anders kann man es nicht sagen. Die Zielvorgabe war die PB meines Freundes René zu unterbieten. Dafür hatten wir 3 Stunden, 28 Minuten und 39 Sekunden Zeit. Ein realistisch "machbares Ziel" war mir nach der vierwöchigen Vorbereitungsphase mit René klar. Er mit vielen Trainingskilometern und dem Berlin Marathon vor einem Monat in den Beinen, ich mit viel - nennen wir es aktive "Regeneration" und der Erfahrung aus den vergangenen Jahren. Bei Kaiserwetter und im dichten Getümmel ging es die ersten 5 Kilometer unrhythmisch durch die Innenstadt, bevor es dann auf der anderen Mainseite immer besser lief. Das Tempo war konstant und die erste Hälfte nach exakt 1:43:30 Std. Geschichte. Nächstes Ziel war nun, das Tempo aufrecht zu erhalten und möglichst einen Negativsplit auf dem zweiten Halbmarathon zu produzieren. Bis auf kurze, leichte Schmerzen in der Fußsohle bei Kilometer 7/8 lief es im Vergleich zum Vorjahr in Berlin deutlich angenehmer für mich. Je länger der Wettkampf dauerte umso mehr Spaß machte es. Überholen statt überholt zu werden beflügelte uns bis auf die Zielgeraden, wenngleich es ab Kilometer 35 auch unseren Schnitt - wenn auch nur minimal - nach oben drückte. An dieser Stelle sei jedoch nochmals darauf verwiesen, dass René vor nicht einmal 6 Wochen noch in Berlin versucht hatte seine PB anzusteuern. Wahnsinn mit dieser Vorbelastung in dieser Intensität und der kurzen Regeneration erneut auf Bestzeit abzuzielen. Aber eben nicht unmöglich. Mit großem Kämpferherz auf den letzten Kilometern haben wir es geschafft in 3:27:27 Std. die anvisierte Zielzeit zu unterbieten. Gratulation zur PB!!! Zum erhofften Negativsplit hat es leider nicht gereicht. 27 Sekunden fehlten am Ende der zweiten Marathonhälfte im Vergleich zur Ersten.

Wer sich fragt, wie man sich einen Marathon mental einteilen kann, dem sei hier in der Kurzform gesagt wie wir unseren Lauf teilten: Wir liefen nicht 42,195 Kilometer in 3:27:27 Std. sondern 4 x 5 Kilometer(KM1-KM20) in jeweils knapp unter 25 Minuten + 3 x 5 Kilometer(KM20-KM35) jeweils in bestenfalls 24:30 Minuten + 5 x 1 Kilometer(KM35-KM40) jeweils in unter 5 Minuten + 2 Kilometer Endspurt um die PB. Bis auf einen 5-Kilometer-Abschnitt haben wir unsere Zwischenziele immer erreicht und uns somit ins Ziel "gehangelt".

Fazit: Ziel erreicht, Spaß gehabt, Motivation getankt!

 

Berlin 2015: "Happy" oder "Mein schlechtester Marathon"

Mein rechter Zeigefinger betätigt die rechte Taste meiner Polaruhr am linken Handgelenk und löst dadurch die Stopfunktion aus. In diesem Moment bleiben Zeit und Beine mit einem Mal stehen. 42,195 Kilometer sind geschafft! Nach Frankfurt 2008 und Hamburg 2010 ist Berlin 2015 erst der dritte reine Marathon, den ich ins Ziel gebracht habe. Mit einer Gesamtzeit von 3 Stunden und 28 Minuten bin ich stolze 28 Minuten langsamer als 2010 und immerhin noch 7 Minuten langsamer als 2008 - "Katastrophal" könnte man meinen. Aber Happy bin ich dennoch. Happy über das Gefühl, einen Marathon ins Ziel gebracht zu haben. Happy über das Erlebnis Berlin mit 41 Tausend Läufern und einer Millionen Zuschauer an der Strecke. Happy über Gänsehautmomente beim Start, auf der Strecke und besonders auf der langen Zielgeraden am Brandenburger Tor.

Nach letztlich 160 Kilometern Laufvorbereitung sind wir am Samstag vor dem Marathon in die Landeshauptstadt aufgebrochen. Dort angekommen herrschten Hektik und Menschenmassen in der Stadt und am Flughafen Tempelhof, wo die Startunterlagenausgabe organisert war. Nach einem leckeren Essen in der Stadt und einer kurzen Visite des Start- und Zielbereichs rund um den Reichstag ging es per Bahn ins Hotel südlich vor Berlin.

Am Wettkampftag - wer hätte es gedacht - noch mehr Menschen, natürlich alle nervös. Die 41.000 Läuferinnen und Läufer versammelten sich auf der Straße des 17.Juni und daneben, da gar nicht so viel Platz für alle auf der Straße war. Die Startblockeinteilung schickte mich in den letzten Block, da ich scheinbar vergessen hatte eine Zielzeit anzugeben. Da dies jedoch keinen Sinn machte, mogelte ich mich durch die Kontrollen und stand um kurz nach 9 Uhr vor der Startlinie. Kurze Überprüfung des Schuhwerks, des Zeitmesschips und der Verpflegung und dann gings es los. Gemütlich angelaufen, den tollen Blick auf Siegessäule und die Läufermassen genossen und einfach wohlgefühlt. Nach 1500 Metern der erste Family-Stop für ein kurzes Schwätzchen und dann gings wieder weiter. Bei KM7 folgte der erste DIXI Stop, bei KM12 gabs "endlich" nach den Jahren der Abstinenz das erste Gel, bei KM15 spürte ich ein leichtes Drücken im linken Oberschenkel, bei KM19 der zweite Family-Stop mit der Info, dass ich meine Beine heute doch schon etwas früh spüre. Und dann kam die Halbmarathon-Marke nach exakt 1:44:47 Stunden. 13 Sekunden Puffer für die zweite Hälfte raus gelaufen ;-) Genau nach meinem Plan mit knapp 5min/km. Nicht im Plan waren allerdings der schon zweite DIXI-Stop nach 25 Kilometern und vorallem die immer heftigeren Knieschmerzen. Durch leichte Veränderungen des Laufstils versuchte ich hin und wieder den Schmerzen entgegen zu wirken, was nur phasenweise gut gelang. Das Schmerzen zum Marathon dazu gehören konnte jeder auf den letzten 15 Kilometern erkennen. Immer häufiger sah man "unrunde" Laufstile, schmerzverzerrte Gesichter und Sich dehnende Läufer am Rande der Strecke stehen. Durch die Lerneffekte der vergangenen Jahre konnte ich das angeschlagene Tempo dennoch mit immer größer werdendem mentalen Kraftaufwand beibehalten. Zur Motivation meines ersten Ironman 2009 habe ich damals vielfach einen emotionalen Videoclip angeschaut, in dem Athleten ihre Erlebnisse schilderten und etwas über die Fähigkeiten von Ironmännern berichteten. Ein Satz daraus, den ich mir seitdem zu Herzen genommen habe, hat mich auch die letzten 15 schweren Berlinkilometer begleitet. Immer und immer wieder sagte ich mir den Satz, mal gedanklich und mal laut vor: "Pain is about seeing, how strong you are mentally". Es geht darum Schmerzen auch mal weg zu drücken, seine Schmerzgrenze zu verschieben. Es geht den meisten um mich herum nicht besser. Ich laufe an den anderen Läufern vorbei, versuche meinem inneren Schweinehund zu sagen das es nicht die Zeit ist mit den ebenfalls langsamer werdenden Menschen um mich herum mitzulaufen oder sich nur dran zu hängen. In diesen Phasen neigt der Körper zur Komfortzone und genau das musste ich verhindern um im Nachhinein mit mir selbst zufrieden zu sein, unabhängig von der erzielten Zeit.

Das sich Schmerzen zu einem wesentlichen Teil im Kopf abspielen zeigte sich auch beim Einbiegen auf die lange Zielgerade und den Blick auf das Brandenburger Tor. Hört man zuvor permanent auf jedes Zwicken und Stechen im Körper, spürt man nun nicht mehr viel davon. Die Beine laufen gefühlt von selbst Richtung Ziellinie und es stellt sich ein Gefühlsmix aus Freude, Stolz und Zufriedenheit ein. 1:43:49 Stunden stehen am Ende für die zweite Hälfte zu Buche. Ich blicke im Ziel auf meine Polaruhr: 3:28:36 - ich bin happy mit meinem schlechtesten Marathon :-)

 

812 Tage später

Nach dem Blick auf meine zuletzt hier verfassten Berichte musste ich eben feststellen, dass einerseits mittlerweile fast zwei komplette Jahre ohne Beitrag vergangen sind und außerdem der angestrebte Start beim Frankfurt Marathon 2013 nicht realisiert werden konnte. Beides keine Gründe für Luftsprünge. Mit der Anmeldung zum Berlin Marathon, der am 27.September 2015 stattfindet, habe ich mich selbst aufgefordert nach einer längeren sportlichen Auszeit wieder einen offiziellen Wettkampf zu bestreiten. Dann betrete ich exakt 812 Tage nach den letzten Metern des Ironman-Marathons auf dem roten Teppich des Frankfurter Römerbergs zum ersten Mal wieder eine Wettkampfbühne. Keine kleine Triathlonveranstaltung, kein Duathlon, kein Wald- und Wiesenlaufwettkampf bedeuten genau Nullkommanull Wettkampfkilometer. Positiv: Glücklicherweise sind meine Laufklamotten noch nicht von Motten zerfressen worden und meine Laufschuhe sind von den Abnutzungserscheinungen noch auf dem Stand vom Juli 2013. Dabei haben meine Laufschuhe bisher maximal ein Jahr überlebt, diesmal hingegen nun schon drei ganze Jahre.

Der Start in zweieinhalb Wochen über die volle Marathondistanz ist nicht der Versuch wieder auf Bestzeitenjagd zu gehen. Vielmehr habe ich mich zur Anmeldung durchgerungen, um mein Motivationsdefizit eventuell zu beheben. Da Berlin für seine Stimmung an und rund um die Strecke bekannt ist, stand dieser Marathon schon länger auf meinem Wunschzettel. Unter dieser Prämisse des "Erlebens" verstehe ich mein vermeintlich läuferisches Comeback auch. Den Spaß am Laufen zurück zu gewinnen ist das oberste Ziel im Training und dann auch in der Landeshauptstadt. Der ein oder andere Versuch das Lauf- oder Schwimmtraining wieder aufzunehmen ist in den letzten 24 Monaten gescheitert. Ein Tiefpunkt der Motivation war ein Lauf im Herbst 2014: Schönes Wetter, angenehme Temperaturen und die Absicht locker eine Stunde zu joggen. Nach zehn Minuten Laufen bin ich lustlos einfach umgekehrt - Ich hatte kein Spaß und dementsprechend auch keine Motivation zum Laufen. Auch mit der Zuteilung des Berlin-Startplatzes wurde es zunächst nicht besser. So dauerte es auch bis zum 01.August - 8 Wochen vor Berlin - bis zur Wiederaufnahme des Lauftrainings, wenn auch in einer ganz anderen Form als es 2013 endete. Im August brachte ich es auf ganze 5 Laufeinheiten, wobei der Fokus auf die Verträglichkeit von längeren Distanzen gelegt wurde. Immerhin konnte ich dabei 125km zurücklegen und mein Körper erinnerte sich wohl daran, dass er auch Distanzen über 30km zurücklegen kann. Auch wenn es bis zum 27.09. nicht zu 10 Trainingsläufen gereicht hat, bin ich zuversichtlich Berlin genießen zu können.

 

10790

Zum vierten Mal angemeldet: Frankfurt Marathon - Startnummer 10790 !!!

Ins Ziel gebracht habe ich bisher nur einen dieser Marathons, und zwar den ersten meines Lebens überhaupt. Kein Wunder, dass Frankfurt immer wieder etwas Besonderes ist. Die 3 Stunden und 21 Minuten vor dem Einlauf in die Festhalle 2008 sind noch in guter Erinnerung. Ebenfalls noch präsent und wesentlich schmerzvoller sind die Erinnerungen an die Jahre 2011 und 2012. 2011 wollte ich unbedingt einen schnellen Marathon laufen, bin jedoch leider in den letzten Tagen vor dem Marathon im Fussballtraining zu ambitioniert zu Werke gegangen und konnte nur mit großen Schmerzen in der Fusssohle laufen. Im Nachhinein betrachtet absolut dumm dort überhaupt gestartet zu sein. Die kurzfristige Folge war der Ausstieg bei Kilometer 14 nach 56 Minuten Vorfusslaufen. Die langfristige Folge war eine länger andauernde Entzündung an der Sehne im Fuss. 2012 dann erneut der Versuch die 3 Stunden auf den 42 Kilometern zu knacken. Die Form war gut wie selten. Halbmarathonbestzeit mit 1:18h einen Monat vor dem Start. Zwei Wochen vor dem Startschuss wieder was Neues: diesmal eine hartnäckige Erkältung. Keine Luft, kein Sauerstoff, keine Chance auf Bestzeit. Dafür wäre eine gute Chance auf Herzmuskelentzündung da gewesen bei diesen Symptomen zu starten. Also diesmal vernünftig gewesen und aus 2011 gelernt!

Obs dieses Jahr ein Finish bzw. überhaupt einen Start für mich gibt steht jedoch auch noch nicht sicher fest. Die Geschichte mit kein Training muss ich nicht nochmal erwähnen, also wieder einmal abwarten was passiert im Oktober ;-)

 

Unglaublich !!! "You are an IRONMAN"

Da war es wieder, das unglaubliche Gefühl es geschafft zu haben. Was an diesem Tag passiert ist, habe ich so richtig erst realisiert als ich ein paar Stunden und eine Nacht später den Renntag mehrmals Revue passieren gelassen habe. Es ist zum einen der Fakt diesen tollen Wettkampf gegen sich selbst überhaupt ins Ziel gebracht zu haben. Zum Zweiten, und das ist diesmal viel erstaunlicher, ist es die Art und Weise wie ich den Wettkampf ins Ziel gebracht habe. Doch wie so oft, fange ich am besten wieder mal vorne an ...

Vorne ist in diesem Fall ein Jahr zurück: Challenge Roth. Mein dritter "Ironman", mein erster unter 10 Stunden und die Lust auf mehr. Mein Ziel für 2013 war klar: Ich will den nächsten Schritt machen, noch näher heran rücken an die Top-Plätze meiner AK, um irgendwann mal um einen Hawaii-Slot mitzukämpfen. Trainingslager wurden gebucht, Trainingspläne erstellt, Motivation gesammelt. Und dann kam alles ganz anders: Fussballspielertrainerjob übernommen, Triathlontraining eingestellt, Aus der Traum vom Start beim Ironman Frankfurt 2013? Nein, soweit kam es dann schlussendlich doch nicht. Auch wenn das Training auf ein Minimum beschränkt war und das eigentliche Training erst Ende Mai begonnen hat, lebte der Traum vom vierten Start auf der Langdistanz noch. Und weil ich in den sechs Trainingswochen bis zum 07.Juli spürte, wie die Form mit jeder Einheit besser wurde traute ich mir den Wettkampf auch in einer Zeit um 10:30 Stunden zu. Also war das neue Ziel nun: "Ankommen und das mit möglichst viel Spaß, unter 11 Stunden und ohne großen Schmerzen". Bis auf den Schmerz-Punkt haben sich auch alle Ziele realisieren lassen, aber ohne Schmerzen gehts glaube ich auch nicht beim Ironman ;-)

Noch nie war ich so locker in eine Langdistanz gegangen. Kein Druck, keine bis auf das Detail ausgeklügelte Ernährungsstrategie, keine eng kalkulierten Zeitvorgaben, keine Pasta-Party, kein langes Aufhalten bei den nervösen Ironmännern und Ironfrauen im Vorfeld, keine übermäßigen Ruhephasen vor dem Wettkampftag - einfach bewusst normal in den Tag starten. Dabei habe ich es bis kurz vor dem Wettkampf großteils geschafft mich nicht permanent im Kopf mit dem Rennen zu beschäftigen, habe es einfach vor mir her geschoben. An der Startlinie war mir dann aber bewusst, dass es jetzt dann doch so weit ist und dann gings zum Glück auch schon los und das große kurze Denken war vorbei. Locker schwimmen war die Devise, nachdem ich beim letzten Testwettkampf in der Hessenliga einfach nur heilfroh war nicht ertrunken zu sein. Es konnte eigentlich nicht schlimmer kommen als im Edersee, deshalb konnte ich dieses Schwimmen auch von der ersten bis zur letzten Minute genießen. Das Wasser war angenehm, die Startgruppe klein und sowieso zum Großteil spätestens nach der ersten Boje nach vorne verschwunden. Nur auf Höhe der letzten Wendeboje wurde es nochmal enger und ereignisreicher, da hier die Zweite Startgruppe auf mich aufgeschwommen ist und wie wild an mir vorbei ihre Bahnen durchs Wasser prügelten. Ausgerechnet hatte ich mir eine Zeit von 1:10 - 1:15 Stunden. Mit weniger als 10 Schwimmeinheiten 2013 ist da auch nicht viel mehr zu erwarten als die 1:09 Stunde und ein paar Sekunden. Der Wechsel nahm auch seine Zeit in Anspruch und so saß ich nach 1:15 Stunden dann erwartungsgemäß auf dem Sattel.

Radfahren, die große Unbekannte an diesem Tag wartete nun auf mich. Ich wollte unter 5:45 Stunden fahren ... und am Ende standen 5:29 Stunden auf der Tacho-Uhr - optimal, wenn man nun auch noch genug Körner fürs Laufen parat hat ;-))) Auch wenn ich auf der Langdistanz immer etwas langsamer los fahre, bin ich diesmal doch noch einen Tritt weniger angegangen. Zu groß war der Respekt vor 180 langen Kilometern. Der Wind wehte von Norden aus Richtung Friedberg. Damit war klar, jeweils der Weg hinauf nach Friedberg zum Wendepunkt war leichter Gegenwind angesagt, der Rückweg sollte dann einigermaßen gut rollen. Für mich waren das perfekte Bedingungen. Meine Taktik richtete ich sofort daran aus: In der ersten Runde auf dem Hinweg versuchen ganz locker zu bleiben, auch wenns etwas langsamer sein würde. Auf dem ersten Rückweg nach Frankfurt wollte ich mich dann an meinen geplanten Schnitt heran tasten und auf der zweiten Runde auf dem Gegenwindstück wollte ich versuchen den Schnitt zu halten um mit Rückenwind auf den letzten 30 Kilometern wieder etwas Kraft zu sammeln. Im Groben stand der Plan und wurde vom Prinzip auch so abgearbeitet, doch in der Praxis läufts halt doch immer etwas anders ab. Meine Beine waren die ersten knapp zwei Rennstunden auf dem Sattel nicht locker. Immer wieder musste ich mir sagen, dass die Zeit kommen wird, dass es mir auch wieder leichter fällt. So arbeitete ich mich von Ort zu Ort, bis es kurz vor Friedberg endlich flüssiger lief. Mit einem guten Rhythmus und ordentlich Tempo ging es der Skyline entgegen. Ich konnte viele Passagen genießen, es machte einfach Spaß. Verpflegt hatte ich mich bis dahin mit Wasser und drei auf das Oberrohr geklebten Laugenstangen mit Butter :-))) Ein Novum, das nicht schön - dafür lustig - aussah und seinen Zweck erfüllte. Erstens schmeckte das besser als klebrige Gels und Riegel. Zweitens hatte ich mehr als genug Salzaufnahme. Und Drittens hatte ich die ganze Zeit etwas zu beißen ;-) Doch wie das bei so einem Ironman nunmal ist, ging es natürlich nicht so easy weiter. Auf der zweiten Runde Richtung Friedberg wurde der Tritt langsam schwerer und ich war froh als ich den leichten Wind wieder in den Rücken geblasen bekam. Der letzte Anstieg am Heartbreak Hill in Bad Vilbel war nochmal eine harte Prüfung und auch die Abfahrt hinunter nach Frankfurt war kein Druck aufs Pedal mehr möglich - ich war zu diesem Zeitpunkt sehr müde und leer im Kopf. Vor Erschöpfung habe ich auch mal kurz die Augen zu gemacht auf der Abfahrt, aber schlafen auf dem Rad war mir dann doch zu gefährlich ;-) Jedenfalls war ich froh als ich die Wechselzone sah und absteigen durfte. Absteigen ohne einmal Krämpfe gehabt zu haben - das gab es bisher auch noch nicht beim Radfahren auf der Langdistanz...

Meine Beine waren weich auf den ersten Metern zum Wechselzelt, die Zeit dafür umso erfreulicher. Ich war gerade einmal knapp 6:45 Stunden unterwegs, hatte demnach noch 3:45 Stunden für den Marathon. "Das musste einfach reichen!" Rein in die Schuhe, raus aus dem Zelt und rein ich die warm bis heißen vier Runden am Mainufer entlang. Marino Vanhoenacker, der letztjährige Sieger war gerade auf dem Weg in seine dritte Laufrunde als ich in meine erste Runde startete. Mit lauten "Marino, Marino"-Rufen wurde er angefeuert. Beim Blick zurück war er jedoch nur zu Beginn noch in Sichtweite. Wie ich nachher erfahren habe, ging es ihm wohl nicht mehr ganz so gut auf der Laufstrecke, was auch erklärt, dass ich zu diesem Zeitpunkt einmal im Leben zu schnell für ihn war :-D Spaß beiseite: Außer einer kurzen Verwunderung, warum er nicht an mir vorbei läuft, habe ich mich nicht länger mit ihm, sondern vielmehr wieder mit mir und meiner bevorstehenden Aufgabe beschäftigt. Und es lief wie es laufen musste: Viele Hochs und Tiefs gab es während den 42 Kilometern zu bewältigen. Am Anfang war es schwer, ab Kilometer 15 wurde es für 10 Kilometer etwas besser, zwischen KM 25 und 35 wars wieder brutal schwer und die letzten Kilometer waren wie im Flow. Es tat weh zu laufen, aber dennoch taten es meine Beine und das für meine Verhältnisse super schnell. Mir war Anfang der vierten und letzten Runde bewusst, dass ich es tatsächlich schaffen kann meine 10:17 Stunden aus dem Premierenjahr zu schlagen. Dafür habe ich alle Kräfte mobilisiert und bin eine ganz starke letzte Runde gelaufen. Am Ende bin ich mit 10:14 sogar drei Minuten unter der Marke geblieben, was meinen zweitschnellsten Ironman bedeutet. Unglaublich !!!

Im Zielkanal war ich allerdings etwas verpeilt. Ich wusste nicht welche Zeit ich hatte, da ich selbst keine Uhr dabei hatte. Deshalb habe ich versucht bis zum Schluss zu kämpfen und war mir aufgrund der unglücklichen Zeitanzeige bis zuletzt nicht sicher ob es gereicht hat oder nicht ... Wenn ich gewusst hätte, wie es zeitlich aussieht, hätte ich mir schön Zeit gelassen. Aber auch so war der Einlauf mal wieder etwas ganz Besonderes.

Es war auch heute, einen Monat danach, noch immer ein ganz toller Tag. Vielen Dank an alle, die mich an dem Tag unterstützt haben und einen ganz besonderen Dank an ein paar besondere Menschen, die mir die Kraft dazu gegeben haben, diesen Tag nach diesem halben Jahr so gut absolviert zu haben.

 

... Ja, ich kann es doch schaffen!

Seit heute bin ich mir wieder ein Stückchen sicherer: Ich kann am 07.Juli 2013 den Ironman Frankfurt finishen!!!

Seitdem ich im vergangenen Dezember die Entscheidung getroffen hatte, als Spielertrainer wieder ins Fussballleben einzusteigen, war der Plan, beides irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Nachdem es aber alles andere als rund in die Rückrunde startete war das Desaster abzusehen. Im Gegensatz zum Einzelsport Triathlon gab es beim Fussball kein Zurück und kein Hängen lassen. Das der feste Glaube und die pure Überzeugung in schweren Situationen manchmal Wunder vollbringen kann, haben wir am Saisonende gesehen. Ergebnis: Klassenerhalt, Aufgabe erledigt, Versprechen gehalten! Für Verein und Mannschaft ein versöhnliches und optimales Ende einer schwierigen Saison. Für mich persönlich vorallem Erleichterung und die Erkenntnis, dass nur mit 100% Einsatz für den Fussball diese Leistung möglich war, was gleichbedeutend mit 0% Triathlon endete. Bis auf das März Trainingslager habe ich kein Triathlontraining absolviert ... und das bis Ende Mai.

Macht eine Teilnahme beim Ironman Frankfurt dennoch Sinn? Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass ich nicht einmal darüber nachgedacht hätte auf meine vierte Langdistanz aufgrund des einfach nicht vorhandenen Trainings zu verzichten. Doch ich wollte und will mir nachwievor noch die Chance geben, meine Beine zum zweiten Mal über den roten Teppich am Frankfurter Römer laufen zu lassen. Sicherlich nicht mehr nach 10 Stunden und 17 Minuten wie noch beim Debut 2009, aber gesund, zufrieden und glücklich. Das muss möglich sein, auch "nur" mit Fussballtraining und der Erfahrung aus dem vergangenen Jahren.

25 Tage bevor um 6:45 Uhr wieder die Nationalhymne am Langener Waldsee gespielt wird, hatte ich heute mal wieder einen dieser tollen Tage, die jeder kennt der diesen Sport betreibt. Man spürt immer wieder in der Einheit, dass man es schaffen kann, dass man sich gut fühlt, dass es ewig so weiter gehen könnte. Das sind die Einheiten, die mich motivieren und mich zuversichtlich stimmen. Ob mich mein Gefühl täuscht wird sich in dreieinhalb Wochen zeigen, einen Vorgeschmack wird es mit der Mitteldistanz, meinem ersten Triathlon 2013 an diesem Samstag beim Moret-Triathlon geben. Ich bin wie immer gespannt!

 

Es geht drunter und drüber

Im Dezember wenn sich alles auf weiße und kalte Weihnachtstage freut, wird man mit zweistelligen Plusgraden verwöhnt. Und nun, wenn alles auf die ersten schönen und warmen Tage wartet, kommt der Winter in seiner ganzen Brutalität mit Kälte, Schnee und Eis zurück. Verstärkt wird diese Temperaturachterbahn dann noch, wenn man von der kalten Heimat in den wärmeren Süden fliegt und sich dabei schon auf besseres Wetter zuhause vorbereitet und freut, um dann letztendlich wieder im tiefsten Schneegestöber wie heute durch Frankfurt zu stapfen. Glücklicherweise kann ich dem trostlosen Wetter noch einmal für ein paar Tage entfliehen, vorausgesetzt die Lage am Flughafen Frankfurt entspannt sich bis Freitag morgen und Condor bringt mich erneut sicher nach Palma. Nachdem mein Triathlontraining seit Januar etwas eingeschlafen ist, war das Ziel der ersten 10 Tage Mallorca wieder den Gefallen am regelmäßigen Ausdauersport zurück zu gewinnen.
Das Wetter hat mit 7 von 10 Tagen Trockenheit und teilweise schönem Sonnenschein doch wieder erheblich Lust auf Mehr und Meer gemacht. Täglich waren es schlussendlich im Durchschnitt 5-6 Stunden sportliche Betätigung. Laufen, Radfahren, Tennis spielen und drei Kraftraumeinheiten waren die wesentlichen Inhalte. Das Schwimmbecken hat mich immerhin auch einmal kurz im Neopren bewundern dürfen, was allerdings ebenso wenig mit ordentlichem Training zu tun hatte wie ein kurzer waghalsiger frühmorgendlicher Sprung in das noch soooo kalte Mittelmeer zum Sonnenaufgang :-) Beim Laufen fühle ich mich trotz der wenigen Kilometer über den Winter nicht schlecht. Fraglich ist jedoch, wie es sich auf den längeren Distanzen verhalten wird. Ebenso sieht es auf dem Rad aus.
Zum ersten Mal bin ich auf die Insel geflogen, ohne vorher nur einen Kilometer im Rennradsattel verbracht zu haben. Dementsprechend konnte ich nicht viel erwarten und wurde so immerhin auch nicht enttäuscht ;-) Fakt ist, dass ich an den ersten Tagen nach nur drei Stunden jeweils fast vom Rad gefallen bin und ich mich einmal mehr gefragt habe, wie ich es jemals schaffen werde 180 Kilometer zu fressen. Am vierten und fünften Tagen sind die Bedenken dann jedoch meist nicht mehr allzu groß, wenngleich es mir immernoch ein Rätsel ist wo die Geschwindigkeit dann noch her kommt :-) Alles in allem hat es aber wieder endlich einmal richtig Laune gemacht locker zu radeln, wenn man es locker nennen kann. Und noch viel schöner war das Gefühl in kurzer Hose und mit kurzem Radtrikot, jedoch stets mit Windweste durch die kleinen Cami's im mallorquinischen Hinterland zu rollen und dabei den einzigartigen Duft der Inselgewächse zu genießen und den ein oder anderen Blick auf tolle kleine Fincas und luxuriöse Villen zu ergattern. Auch wenn ich nun schon oft dort war, gibt es immer wieder neue Eindrücke der Insel und dennoch das schon fast heimische Gefühl wenn man wieder dort ist ...

 

Update: Es wird immernoch und wieder trainiert

Die ersten Wochen im neuen Jahr waren ruhig, abwechselungsreich was die sportliche Betätigung angeht und komplett schmerzfrei. Keine Wehwehchen, keine Zipperlein, kein Ziehen und Stechen ... einfach so wie es sein muss um Spaß an der Sache zu haben.

Frühmorgendliche Läufe bis zu 20 Kilometern Länge bei winterlich angenehmen Temperaturen und Sonnengruß durch die Bäume - das war mir sogar mal ein Halt und ein kurzes Bild wert.

Dieses Bild hat sich nach meinem Skiurlaub, in dem es an Schnee und Eiseskälte nicht gemangelt hat, auch in der Heimat nun drastisch verändert. Es hat geschneit und es ist kalt. Tatsächlich ist der Schnee sogar mal auf den Straßen liegen geblieben, sodass auch das Lauftraining zum Crosstraining wird. Selbst das ist mal ganz angenehm und eine gelungene Alternative zum sonstigen Winterlauf in Schneematsch. Im Gegensatz zum MTB, das ich zuletzt mal bewegt und mich ordentlich eingesaut hatte, hängt das Rennrad immernoch schön im Keller und wartet darauf seine ersten Kilometer sammeln zu dürfen. Aktuell sieht es so aus, als müsste es sich noch mindestens zwei Wochen gedulden. Im schlechtesten Fall wird es erst Ende Februar auf den mallorquinischen Straßen wieder zum Leben erwachen.

Schwimmen läuft im Moment gelegentlich ein bis zwei Mal in der Woche so nebenbei an. Keine großen Umfänge, wenig Tempo, mehr Technik und Wassergefühl - so zumindest die Intention ;-)

Ansonsten läuft das Fussballtraining seit einer Woche wieder. Fussball ging bisher leider nur einmal witterungsbedingt auf schneebedecktem Platz. Hat zwar Spaß gemacht, war aber wie erwartet nicht ganz unanstrengend nach einem Jahr Pause. Sowohl technisch als auch konditionell kommt da noch etwas auf mich zu in den kommenden Wochen. Ansonsten wird aktuell vermehrt im koordinativen Bereich und im Rumpfkraftbereich gearbeitet. Inhalte, die beiden Sportarten mehr als nur gut zu Gesicht stehn.

 

Silvesterlauf 2012

Zum vierten Mal Silvesterlauf an der Commerzbankarena in Frankfurt dabei. Zum dritten Mal hat der Lauf phasenweise wirklich richtig, richtig weh getan. Zum zweiten Mal bin ich auf diesem Kurs deshalb sogar stehen geblieben. Aber zum ersten Mal kam am Ende doch noch eine Zeit dabei heraus, die den Jahresausklang versöhnlich stimmt.

Das Resumé des Sportjahres 2012 wird gut durch diesen Zehnerwettkampf gut zusammengefasst: Das Level meiner Leistungen ist insgesamt angestiegen, aber die Ernte dafür habe ich zu selten komplett eingesammelt. Heute waren es starke erste fünf Kilometer, sehr ordentliche vier Folgekilometer und ein letzter Kilometer, der vieles von dem Guten verdeckt.

Zum heutigen Wettkampf ein paar kurze Sätze: Wo stehe ich nach dieser langen Saison und den verkorksten letzten drei (Trainings)monaten? Die Antwort sollte es heute geben. Gut gelaunt und motiviert aufgrund der einer seit zwei Wochen problemlosen Laufvorbereitung bin ich an den Start gegangen. Nachdem die Elite zwei Minuten zuvor auf die Strecke gegangen war, ging es für die 35MinutenPlusLäufer los. Bis kurz vor KM5 konnte ich dieser Spitzengruppe folgen und es lief recht gut. Zeit hatte ich keine genommen, aber die erste Hälfte war gefühlt nicht allzuweit über einer 35er Endzeit. Danach konnte ich das Tempo aber nicht mehr halten und nahm etwas davon raus. Bis KM8 klappte das auch ganz ordentlich und ich war immernoch recht gut in meinem Rennen. Leider setzte dann mit einer steilen Rampe leichtes Seitenstechen ein, was ich bis zur 9km-Marke mit mir rum trug, bevor ich dann gar nicht mehr weiterlaufen konnte. Nach kurzer, gefühlt ewiger Standpause und abklingenden Schmerzen ging ich wieder ins langsame Gehen über. Am Ende stand eine Zielzeit von 38:40 Minuten für mich auf dem Zettel. Die Läufer, mit denen ich bis KM9 gelaufen bin, überquerten mit einer hohen 36 den Zielstrich, was mich absolut happy gemacht hätte zum aktuellen Trainingszeitpunkt. So schnell war ich um diese Jahreszeit sicher noch nicht. Deshalb nehme ich die positive Tendenz mit ins neue Jahr und bin gespannt ob ich dann endlich in der Lage sein werde den vollen Lohn zu kassieren.

Auf ein Neues ... im Jahr 2013!!!

 

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!

"Die kürzesten Wörter, nämlich "ja" und "nein" erfordern das meiste Nachdenken" - das wusste sogar schon ein griechischer Mathematiker und Philosoph, obwohl er sicherlich andere wichtige Entscheidungen treffen musste und mit diesem Satz gemeint hatte, als solche mit denen ich mich aktuell herum schlage.

Nach der erfolgreichen Langdistanz in diesem Sommer war für mich der sportliche Weg und das Ziel für 2013 so klar wie nie in den Jahren zuvor. Meine Planung war bis auf kleine Details abgeschlossen, Wettkämpfe und Trainingslager gebucht. Bis vor einer Woche war alles eindeutig vor meinem Auge sichtbar und auch die jüngsten Verletzungs- und Krankheitsprobleme waren nur Problemchen auf dem Weg in die Zukunft.
Mit einem Schlag ändert sich für mich nun der einspurige Weg nach Frankfurt in einen Zweispurigen. Entgegen des Plans bleiben die Fussballschuhe nicht bis Oktober 2013 im Keller, was nicht unbedeutende Auswirkungen auf meine Triathlonvorbereitung haben kann und höchstwahrscheinlich haben wird.

Die Entscheidung wieder auf den Platz zurückzukehren war keinesfalls einfach und hat mich mehr als nur eine Nacht gekostet. Aber manche Entscheidungen trifft auch im Sport nicht der Kopf, sondern das Herz. So habe ich mich entgegen meiner festen Überzeugung, nicht wieder vorzeitig anzufangen, entschieden der Mannschaft und dem Verein zu helfen die sportlich schwierige Situation in der Rückrunde erfolgreich zu meistern.

Welchen Einfluss die Aufwendungen, die ich zweifelsohne erbringen muss um der Mannschaft zu helfen, haben werden, wird sich in den kommenden sechs Monaten zeigen. Fest steht aber für mich auch, dass ich meine ganze Planung nicht ohne Weiteres auslöschen kann als wäre sie nie da gewesen. Fakt ist: Ich bin im kommenden Jahr beim IRONMAN Frankfurt am Start und werde dort das Bestmögliche aus mir herausholen, was an diesem Tag möglich ist. Fakt ist: Ich habe meine Trainingslager und Testwettkämpfe fest gebucht und werde diese auch allein aufgrund der getätigten Ausgaben nicht verfallen lassen. Fakt ist aber auch: Das Trainingspensum wird nurnoch wenig mit dem zu tun haben, was eigentlich geplant war.
Deshalb blicke ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf meine Entscheidung zurück und freue mich auf die Herausforderungen, die im neuen Jahr in diesem Zusammenhang auf mich zukommen werden.

 

Planung 2013 läuft auf Hochtouren

Die im Sport so berühmten Up's and Down's: Da sind sie wieder! Und das Schöne daran ist, dass es nicht immer der große Erfolg oder ein Top-Ergebnis sein muss um von einem Tief aus dem Tal ins nächste Hoch zu klettern. Nach der hartnäckigen Infektion, die mich zur Marathonabsage und zur sechswöchigen Trainngspause gezwungen hat, bin ich gaaanz langsam wieder ins Training eingestiegen. Es ist zwar noch sehr unregelmäßig und sporadisch, aber das Gefühl mal wieder etwas länger laufen zu können, zwei Stunden locker auf dem MTB-Sattel zu sitzen oder einfach eine halbe Stunde im Wasser zu planschen ist nachwievor motivierend und macht einfach glücklich.

Fast schon lustig sind in diesem Zusammenhang die Momente wie zuletzt, auch wenn es mir währendessen schwer fällt darüber lachen. Bei meinem dritten Lauf, meinem ersten über eine Dauer von mehr als einer Stunde musste ich meinem Körper den Respekt erweisen und zwischendurch einfach mal stehen bleiben. Eine Runde Dehnen war der Vorwand, den ich meinem Kopf mitteilte. Ausruhen und einfach mal stehen bleiben war der tatsächliche Grund für meinen Körper. Da ich eine Wendepunktstrecke gelaufen bin, gab es glücklicherweise nur eine Wahl nach kurzer Pause - weiterlaufen. Zuhause angekommen, total fertig aber glücklich. In solchen Momenten hat man keine Ahnung wie es möglich sein kann, dass Menschen über 40 Kilometer am Stück laufen. Von Schwimmen und Radeln im Vorfeld mal ganz abgesehen. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen: "Nein lass mal, das ist nichts für mich - das schaffe ich niemals." Und dennoch war gerade dieser Lauf nach den vergangenen Wochen wieder ein kleines motivierendes Hoch ...

Im Hinblick auf die Saison 2013 tut sich auch einiges im Moment. Der Trainingsplan nimmt immer konkretere Formen an und wird sukzessive mit Inhalt gefüllt. Die Grobstruktur richtet sich wieder nach einigen Schlüsselwettkämpfen und Schlüsseltrainingseinheiten des nächsten Sommers. Neben Frankfurt im Juli sind erstmals zwei Mitteldistanzen Teil des Wettkampfkalenders. Eine davon früh im Mai, die andere recht nahe am Ironmantermin gelegen. Zwei Neuerungen, die es in den Vorjahren in dieser Konsequenz nicht gab. Mit diesem Schritt möchte ich im kommenden Jahr verhindern, eventuell wieder einen Tick zu Früh in Topform zu sein. Ich bin gespannt wie dieser Weg funktionieren wird.

 

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